Früher standen sie auf unterschiedlichen Seiten des Konflikts, heute setzen sie sich als Aktivisten gemeinsam für den Frieden ein. Am 20. Oktober berichteten der Israeli Elie Avidor und der Palästinenser Sael Jabareen in Augsburg von ihren persönlichen Erfahrungen und ihrem Engagement für eine gewaltfreie Zukunft.
Vom bewaffneten Konflikt zum gemeinsamen Friedensengagement
Wie können aus ehemaligen Gegnern Verbündete werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „There is another way – Ein gemeinsamer Kampf für den Frieden in Palästina und Israel“. Die beiden Aktivisten engagieren sich bei „Combatants for Peace“, einer Bewegung, in der ehemalige israelische Soldaten und palästinensische Kämpfer gemeinsam für Gewaltfreiheit, Gleichberechtigung und Menschenrechte eintreten. In Augsburg berichteten sie von ihren persönlichen Erfahrungen und der aktuellen Situation vor Ort. Dabei machten sie deutlich, dass eine friedliche Zukunft nur gemeinsam gestaltet werden kann.
Trotz Gewalt und Konflikten die Hoffnung bewahren
„Die Extremisten geben den Ton an auf beiden Seiten. Die Mehrheit ist still“, so Elie Avidor. Der ehemalige israelische Soldat engagiert sich heute unter anderem für den Schutz palästinensischer Hirtenfamilien im Jordantal. Auch Sael Jabareen betonte, wie wichtig es sei, sich weiterhin für Verständigung einzusetzen. „Wir müssen jetzt aktiv werden! Beide Seiten leiden bei uns im Land. Wir halten die Hoffnung hoch. Das gibt uns Kraft weiterzumachen.“ Seine persönliche Motivation brachte er mit einem weiteren Satz auf den Punkt: „Ich mache diese Arbeit, damit meine Kinder eine bessere Zukunft haben.“
Ein Abend für Dialog und neue Perspektiven
Die Veranstaltung bot Einblicke in die Lebensrealität der Menschen in Israel und Palästina. Die Beiträge in hebräischer und englischer Sprache wurden von Thomas Trischler ins Deutsche übersetzt. Die Gespräche verdeutlichten, dass es trotz aller Hindernisse Menschen gibt, die sich beharrlich für ein friedliches Zusammenleben einsetzen. Ihre gemeinsame Überzeugung: „There is another way“ – es gibt einen anderen Weg.
Veranstalter und Kooperationspartner
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe „Praktiken des Friedens“ statt. Veranstalter war das Transferzentrum Frieden Augsburg in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Forum Annahof und pax christi der Diözese Augsburg. Gefördert wurde die Veranstaltung von der Deutschen Stiftung Friedensforschung.